Oranjemund – grüne Perle im Diamantenschutzgebiet

Oranjemund  -Gleich hinter dem geschmackvoll gestalteten Ortsschild begrüßen meine Frau Lilly und mich Pinien- und Eukalyptusalleen. Oryx grasen auf dem Kinderspielplatz und zwingen immer wieder Autofahrer zum Halten, wenn sie unvermutet die Straßen überqueren. Und genauso freundlich und lebensfroh wie das Stadtbild begegnen uns auch die Bewohner: noch ist man zwar auf Touristen nicht eingestellt – die offizielle Öffnung der “verbotenen Stadt” im Sperrgebiet für die Öffentlichkeit durch Präsident Hage Geingob war gerade erst am 21. Oktober 2017 -, aber die Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Einheimischen ist sprichwörtlich. Sei es im Museum, das eine bemerkenswerte Sammlung über die Geschichte der 81jährigen Stadt sowie über die Natur in der Umgebung zeigt oder in der Garden Nursery ‘My Tuintjie Kwekery’, wo uns die überaus freundliche Eigentümerin Karlien professionell wie in einer Touristen- Information mit Rat und Tat weiter hilft – immer findet sich für alles eine Lösung.

 

Der Eindruck täuscht: trotz allem sind die Oryxantilopen ( auch Spieß- oder Gemsböcke genannt) wilde Tiere und ihre Hörner sehr gefährliche Waffen.

Fotos: Martin Weigand

 

 

Das Stadtbild ist völlig von der Diamantengesellschaft Namdeb geprägt: Hauptverwaltung, Abteilung für Gesundheit, soziale Einrichtungen, Gästehäuser und und und.
Auch bei Namdeb, in der Abteilung für Öffentlichkeitsarbeit, hilft man uns weiter, und wir erfahren, dass zusammen mit der Stadtverwaltung an der Vision OMD 2030 gearbeitet wird, die als Ziel hat, den Übergang der Stadt von einer 100%igen durch Namdeb verwalteten Bergbau- zu einer staatlich geführten Stadt so „weich“ wie möglich zu gestalten. In den nächsten Jahren werden Diamant- und Erz-minen am Unterlauf des Oranje schließen, und die private Alternative ist – aus heutiger Sicht- eine hauptsächlich durch den Tourismus getragene Stadt zu entwickeln. Ein schöner Strand nahe der Oranjemündung mit Klettergerüsten für die Kids, ein gepflegter Golfkurs, Banken, ein Sparmarkt, verschiedene Shops aller Art, ein Flugplatz, diverse Restaurants und Unterkünfte, u.a. die Lodge Op My Stoep von Fanie und Ria mit sehr guter Speisekarte, sind die Basis für weitere touristische Attraktionen. So ist u.a. geplant, bis spätestens Mai 2018 die Durchfahrt von Lüderitz nach Oranjemund durch das Sperrgebiet auch ohnee Führer anzubieten. Und auch für Freunde der Botanik gibt es Highlights: in dem nahen Swartkops Nature Reserve haben wir endemische Sukkulenten gefunden, Spezies, die z.T. für das Richterfeld und die Namib typisch sind.

 

Die Sir Ernest Oppenheimer Brücke führt von Oranjemund nach Ale-xander Bay, Südafrika. Oppenheimer gründete 1950 das Diamanten-kartell, das weltweit die Diamantenpreise bestimmte.

 

 

 

Wir drücken den Oranjemundern die Daumen, dass sie den Übergang sehr gut meistern und sich ihre Stadt in naher Zukunft als eines der touristischen Ziele in Na-mibia anbieten wird. Wir jedenfalls haben vor, bald wieder zu kommen.
Martin Weigand

Comments are closed.