Locker vom Hocker: Wertvolle Tropfen!

Liebe Küstenleser!
Die Erdoberfläche ist zu über 70 Prozent mit Wasser bedeckt. Das sind etwa 1,4 Milliarden Kubikkilometer Wasser. Süßwasser macht dabei nur einen kleinen Teil des gesamten Wasservolumens aus – nämlich nur 2,5 Prozent. Davon ist das meiste in Form von Eis oder Schnee in der Arktis und der Antarktis gebunden. Der Rest ist als Grundwasser unter der Erde gespeichert. Neben Binnenseen und Flüssen stellt es die wichtigste Süßwasserquelle für die Menschen dar.
Doch das kostbare Gut wird knapp. Zwei Drittel der Erdbevölkerung werden im Jahr 2025 unter Wasserknappheit leiden, schätzen die Vereinten Nationen (UN). Eine wachsende Weltbevölkerung, der Klimawandel und die zuneh-mende Verschmutzung lassen sauberes Trinkwasser zunehmend zur Mangelware werden.
Jeden Tag gelangen zwei Millionen Tonnen Abwasser und andere menschliche Abfälle in den Wasserkreislauf. Laut UN sterben jedes Jahr 3,5 Millionen Menschen wegen Wassermangel oder verschmutztem Trinkwasser. Die Lebensadern unseres Planeten sind bedroht – und mit ihnen die Ökosysteme, die an ihnen hängen.

 

 

Seit Monaten tropft dieser Wasserhahn vor dem Alten Amtsgericht an der Ecke Tobias-Hainyeko-Straße und Theo-Ben-Gurirab-Avenue munter vor sich hin.
Foto: Susann Kinghorn

 

 

 

 

 

 

 

Unser arides Namibia ist selbstverständlich besonders betroffen. Obwohl der Von Bach-, der Swakoppoort- and der Omatako-Damm, die unsere Landeshauptstadt und Umgebung mit dem kostbaren Nass versorgen, in der großen Regenzeit dieses Jahres einen guten Zulauf erhalten hatten, ist die Wasserknappheit längst nicht behoben. Die Stadtverwaltung verlangt von den Bürgern eine 30%ige Einschränkung ihres Wasserkonsums, was u.a. dazu führte, dass Coca-Cola seine Produktion von Getränken in Glasflaschen aus Windhoek nach Oshakati verlagerte, dorthin, wo der wasserreiche Okavango nun zur Ader gelassen wird. Oder haben Sie etwa gedacht, die Coca Cola Company würde ihre Produktion drosseln, wo doch für jeden Liter des Brausegetränkes die doppelte Menge an Wasser zu seiner Herstellung benötigt wird?!
In unseren trockenen Wüstenstädtchen, die verletzlich zwischen salzigem Atlantik und sandiger Namib eingebettet liegen, muss wohl noch sparsamer mit der klaren Flüssigkeit umgegangen werden, ohne die wir nicht leben können.
Wir alle versuchen sicherlich auf die ein oder andere Weise, Wasser nicht unnötig zu verschwenden, aber jeder von uns kann ganz bestimmt NOCH mehr tun, um unser Lebenselixier nicht versiegen zu lassen – zum Beispiel dafür sorgen, dass die Wasserhähne in der Swakopmunder Promenade, die die Pflanzen dort geradezu ertränken, nicht unaufhörlich vor sich hinplätschern.
Ich denke, folgende Statistiken werden uns zu denken geben und uns eher zögerlich den Wasserhahn aufdrehen lassen:
1.In den Vereinigten Staaten Amerikas werden täglich 575 Liter Wasser pro Person gebraucht – in Rwanda 15 Liter!
2. Etwa 1.1 Milliarden Menschen in Ostafrika – die meisten Frauen – müssen länger als 30 Minuten laufen, um an Trinkwasser zu gelangen.
Also, bevor wir in aller Bequemlichkeit einfach so zum Wasserhahn greifen, lassen Sie uns zweimal überlegen, ob es wirklich nötig ist.
Ihre Susann Kinghorn

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