Locker vom Hocker: Oh Kambishi!

Liebe Küstenleser!
Die Fülle der Entdeckungen in unserem reizenden Land scheint unbegrenzt. Obwohl ich nun schon mehr als 50 Jahre lang das Vorrecht hatte, den würzig-anregenden Geruch der Erde zwischen Kunenefluss und Fischrivier einzusaugen, spüre ich pausenlos etwas Aufregend-Neues auf, oftmals dort, wo man es am wenigsten erwartet.
Wie oft ist man von der Küste aus schon durch Usakos gerast auf Pad ins Landesinnere. Am zweiten Stopzeichen, wo es links nach Karibib geht, habe ich das Steuerrad diesmal einfach nach rechts herumgedreht, weil ich noch nie dort entlanggefahren bin.

 

 

Brigitte Förster füttert das Lamm “Beauti-ful Lady”, das seine Mutter durch Wilderer verloren hat. Fotos: Susann Kinghorn

 

 

 

 

Vor einem türmt sich der imposante Nubebberg auf, in dem sich Felszeichnungen von Menschen mit langförmigen Hinterköpfen und langen Schwänzen befinden sollen. Man fährt durch eine Eisenbahnunterführung und landet auf der D1914, die in südwestliche Richtung gen Wüstenquell und Atlantik führt. Nach 6 km entlang der Sandpad steht rechts ein Schild “Oh Kambishi”. Auf dieser 3,5 ha großen Kleinsiedlung direkt am Khanrivier leben seit elf Jahren die Rentnerin Brigitte Förster aus Frankfurt und ihr Lebenspartner Dr. Jürgen Weidner, ein ehemaliger Pilot der Lufthansa.
Der Ferienbungalow mit zwei separaten Wohnungen befindet sich vor einer hohen Einzäunung, hinter der die Gastgeber zusammen mit ihrem “zahmen” Geparden Kambishi leben. Der Name kommt aus dem Owambo und bedeutet Katze. Kambishi landete 2005 als Babykätzchen mehr tot als lebendig bei dem deutschen Paar, das es aufpäppelte. Niedliche Geschichte….ich bin trotzdem froh, dass ein Zaun das Fleckenkätzchen und mich voneinander trennte, denn es führte zweimal eine Attacke gegen den Zaun aus, hinter dem ich stand.

 

 

 

Auf einem Gehöft namens Okambishi’ s Rest am Khanrivier etwa 6 km südwestlich von Usakos kann man in einem Ferienbungalow entspannen. Am Horizont liegt der Atlantik.

 

 

 

In der Nähe des Selbstversorger-Feriendomizils lebt auch eine zahme Zebramanguste namens Frau Max in einem Käfig. Sie hat kürzlich ihren Maat verloren und trauert noch. Abends wird das gestreifte Raubtier von Frauchen Brigitte gefüttert und durch den Zaun am Kopf gekrault, während Hundchen Thaddea es liebevoll ableckt. Tja, es gibt eben allerhand Formen von Patchwork-Familien!
Wen es überkommt, der kann über die D1914 laufen und die Berge hinaufkraxeln. Von dort oben hat man eine ganz neue Perspektive auf Usakos und Okambishi, der kleinen Oase mit seinen freundlich-warmen Gastgebern.
Ihre Susann Kinghorn

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