Locker vom Hocker: Au revoir, !gaise hare’!gure !

Liebe Küstenleser!
Schweren Herzens sage ich godspeed (Englisch), pfiati (Süddeutsch), tot siens (Afrikaans), !gaise hare’!gure (Damara/ Nama), Kara/kari nawa (Himba) und auf Wiedersehen (Hochdeutsch) bis Anfang Februar. Der Abschied tut sooo weh, und ich freue mich rein gar nicht auf den Urlaub. Es zieht an allen Strängen der Seele, dass ich jetzt ganze sechs Wochen gar keinen Kontakt mehr via namib times zu Ihnen haben soll.
Wissen Sie was, ich verzichte auf meine Ferien! Wozu sich stundenlang in den eh so giftigen Sonnenstrahlen am Strand räkeln, um schließlich beim Hautarzt zu landen, der einem eventuell ein Melanom herausschneiden muss? Warum überhaupt am Strand liegen, wo der doch jetzt von all den Inländern, Südafrikanern und diversen Toeries beschlagnahmt wird? Wer findet denn da noch ein ungestörtes Plätzchen direkt am Benguelastrom des Atlantik?!
Wie Sie sehen, gebe ich mir wirklich die größte Mühe, den Urlaub alles andere als in rosaroten Wölkchen zu schildern – nur IHREtwegen!

 

 

Ein Strand auf Mallorca…

 

 

 

 

Andererseits…dieser Gedanke, dass der arthritische Computermaus- und Zeigefinger der rechten Hand endlich mal zur wohlverdienten Ruhe kommt, das klappernde Gehämmer auf der Tastatur des Laptops mal eine gaaanz lange Zeit nicht die empfindlichen Gehörknö-chelchen quält, das zersessene Hinterteil weniger Zeit auf dem Computerstuhl als in horizontaler Lage verbringen darf, der lässt mich nicht los! Und einfach mal ungestört mit der Familie ,,Siedler von Catan” spielen, ohne gleich denken zu müssen: ,,Ach, das könnte ja eventuell auch mal ein Locker-vom-Hocker-Thema werden: ‘Brettspiele in der modernen Zeit’”!

 

 

…und ein Strand in Namibia!

Foto: Susann Kinghorn

 

 

 

 

 

Wie dem auch sei, gegen diese Gedanken haben Sie leider keine Chance, liebe Leser. Unser Zeitungsverhältnis wird also erstmal auf Eis gelegt. In manchen Fällen ist unsere Beziehung sogar mehr als das, dank einiger Leser, die mir ab und zu eine ermutigende, erfrischende Mail zukommen lassen, mit Rat und Tat zur Seite stehen oder sich persönlich melden, um auch mal Kritik zu äußern oder ein Kompliment zu machen.
Die größte Überraschung in diesem Jahr, was meine Zeitungstätigkeit anbetrifft, war die Weihnachtskarte von der Botschaft der Bundesrepublik Deutschland in Namibia, die mich per Post erreichte. Ich weiss gar nicht, wann ich zuletzt eine echte Weihnachtskarte über das Postamt in der Hand gehalten habe. Und dann war es auch noch solch eine erwärmende Karte mit einem festlich beleuchteten Brandenburger Tor vorne drauf, auf der man eine frohe Weihnacht wünschte und sich für die gute Zusammenarbeit bedankte. Das war allerdings erst der Beginn der Überraschung. Zufällig traf ich just an meinem Geburtstag Anfang Dezember den Swakopmunder Francois Hartz im Stadtzentrum, ja genau den Francois Hartz, der so aktiv in unserer Gemeinschaft ist. Um alles zu krönen, überreichte er mir dann auch noch einen echt deutschen Christstollen von unserer Deutschen Botschaft in Windhoek. Sachen gibts!

 

 

 

Der Buchdeckel des 5. Locker-vom-Hockerbandes, der nun in den Buchhandlungen Namibias erhältlich ist…oder aber bei der Autorin selbst unter der namibischen Mobiltelfonnummer 0812538850

 

 

 

 

 

Wie dem auch sei, liebe Leser. Unser schriftlicher Kontakt wird jedenfalls – trotz Urlaub – in einem Maße erhalten bleiben, denn gerade ist der 5. Locker-vom-Hocker-Band von Carola Oelofse und mir frisch von Coastal Printers aus Walvis Bay hier bei mir angelangt und wird zuerst ausschließlich in Swakopmund verkauft. Bis Ende Dezember erhalten Sie ihn für einen Sonderpreis von N$ 180,- bei mir – mit persönlicher Widmung, falls erwünscht!  Schließlich steht Weihnachten vor der Tür, und vielleicht brauchen Sie ein Geschenk für Tante Anna aus Berlin oder Onkel Bert aus Hamburg, die im Häusermeer der Großstadt von den Weiten Namibias träumen, die für unsereins so selbstverständlich sind.
Bleiben Sie gesund, packen Sie das Leben an. La vita bella! Wenn nichts Unvorhergesehenes dazwischen kommt, hören wir wieder im Jahre 2017 etwas voneinander.

Ihre Susann Kinghorn

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