Deutscher Büttenabend 2017: Büttenredner strapazieren die Lachmuskeln

Dass alles so gut zusammenpasst und das Programm derart reibungslos klappt, haben sich die Küska-Organisatoren bestimmt selbst nicht gedacht. Erneut haben die Aktiven des Swakopmunder Karnevals (Küska) die Messlatte hoch angesetzt und die Erwartungen vieler Besucher weitaus übertroffen.
Mit Innovation, viel Mühe und harter Arbeit wurde am vergangenen Donnerstag wieder ein besonders einfallsreiches, ausgeklügeltes Programm auf die Beine gestellt. Auch wenn das Eintrittsgeld dieses Mal mehr betrug, war es die Show im Haus der Jugend (HdJ) jeden Cent wert.
Wie gewohnt waren es nach dem gut einstudierten Tanz der Prinzengarde die beiden Hohheiten selbst, die zum Beginn des Programms zum Mikrofon griffen. Schnell hatten Prinz Heinzi I. mit der geheimnisvollen Tasche (Schul-te) und Prinzessin Jenny I., die ohne Ende (Meyer), das Publikum auf ihrer Seite, als sie verschiedene Ereignisse in/aus der Region ansprachen. Bei einem Thema waren sich die beiden sicher: Ein deutsches „Vintage“ muss her, wo man auch zu deutscher Musik „lekker sokkien“ kann.
Dass es in Swakopmund viel (Bühnen)-Talent gibt, wurde an dem Abend deutlich. Gleich drei Büttenredner feierten ihre Premiere auf der Bühne. Darunter zählt auch Elferratsmitglied Matthias Henrichsen, der zwar schon einmal in der Bütt stand, aber an jenem Abend die Aufgabe als Chefs vom Protokoll übernommen hatte. Wie erwartet sprach er sämtlich politische Themen an. Von Namibia-Themen ging er auf das Donald Trumps Toupee und seine mysteriöse „covfefe“-Botschaft ein. Seine Rede wurde mit begeistertem Applaus bedacht.
Danach feierten Holger Kleyenstüber, Ex-Prinz Erik Henrichsen und Siggi Herholdt ihr Debut in der Bütt. Kleyenstüber sang eine “neue” Version eines Toten Hosen-Hits: “An Tagen wie diesen, wünsch’ ich mir mehr Geld und Zeit (…) Beim Ministry of Finance, wo jeder rumsitzt, da jobbt nur der Ventilator, doch jeder von uns schwitzt.” Kleyenstübers Bütt wurde ebenfalls mit jubelndem Applaus und einer Rakete belohnt.
Nun feierte Herholdt seine Premiere. In der Bütt war er als Geheimagent nach Namibia angereist und musste verschiedene Personen untersuchen, auch in Swakopmund. Dort war seine Aufgabe die folgende: “Ein Background-Check brachte mich hierhin, ein gestandener Prinz, er hofft, er ersetzt bald die Bürgermeisterin. Ein Inselbesitzer vom Grünenwald, ein Geschäftsheld, mit S….. verdient er sein Geld.” Auch Herholdts ausgeklügelte Bütt wurde mit einer Rakete gewürdigt.
Besonders war auch die Bütt von Erik Henrichsen, der als Radfahrer zum ersten Mal den Desert Dash fuhr.
Wenig später trat Nico Prinsloo in die Bütt – er erinnerte an die gute, alte Zeit, als es noch Stress zwischen Betamax und VHS gab.
Zu den Rednern von außerhalb war erneut Harald Hecht mit seinem Wikapedia-Spiegel vom Windhoeker Karneval dabei: “Als närrischer Wikapede gab ich neulich ‘Wo liegt eigentlich Windhoek’ bei Wikapedia ein und ich war überrascht und denke, das darf doch wohl nicht war sein. Denn ich stieß auf den unerwarteten Fund, nämlich das Brauhaus von Swakopmund.”
Mit seinem Spruch “Es trinkt der Mensch, es säuft das Pferd, in Swakopmund ist das umgekehrt” trat Horst Heiser als Alois Flatterflügel in die Bütt. Für ihn hat es als Pilot nicht geklappt, daher legte er sich eine Drone zu, mit der er Swa-kopmund erkundete. Er flog auch (natürlich) zum SFC über das Altersheim. “Ich sag’s euch, ich hab’s selber gesehen, hinter der letzten Wohnung eine einsame Banke stehen. Ach wie gut, dass niemand weiß, da macht der Opi die Omi heiß.” Auch Heisers Bütt wurde mit einer jubelnden Rakete belohnt.
Den golden Abschluss feierte allerdings ein Bühnen-Stück, vorgeführt von den Küskika-Damen. Derweil die Damen das Rumpelstizchen-Märchen aufführten, erzählte “Hunta” (Pierre Werner) die Geschichte dazu. Es war das Grimms-Märchen, gemäß dem Motto, das auf Namibia umgeschrieben worden war und somit statt der Tochter eines Müllers ein “Plaasmeisie” beinhaltete. Diese heiratete statt dem König den “Finance Minister”. Das ganze wurde mit passenden Musikeinlagen umrahmt und sorgte für ein einfallsreiches Stück mit viel Gelächter in der gesamten Narrhalle.
Insgesamt verdienen die Karnevalsmitglieder ein großes Lob, da der Küska beim Büttenabend die ohnehin hohe Messlatte weiter in die Höhe geschraubt hat.
Erwin Leuschner

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