Das Wandern ist…

..des Deutschen Lust. „Schau, schon wieder ein Ehepaar aus Deutschland“, sagte ich zu meiner Frau, als wir am Hosea Kutako Internationalen Flugplatz von Windhoek auf unseren Rückflug nach Deutschland warteten. Wie immer waren wir viel zu früh da und nutzten die Zeit, um das rege Treiben auf dem Flughafen zu genießen. Der Schalter von Air Namibia war noch geschlossen und so machten wir unsere Beobachtungen über die verschiedenen Menschen, die ankamen und abflogen. Und dabei fiel uns auf, dass Besucher aus Deutschland überdurchschnittlich häufig in Wanderschuhen flogen.

 

 

 

Eine gehörige Menge Sand passt in so einen Vellie!
Fotos: Martin Weigand

 

 

 

 

 

Und ebenso leicht identifizierten wir Touristen aus England daran, dass sie in kurzen Hosen reisten, egal, wie kalt oder wie warm es war. Dies war uns schon früher in anderen Ländern, wie zum Beispiel der Türkei, China oder Tansania aufgefallen. Wir selbst hatten bei unserem ersten Besuch in Namibia ebenfalls unsere Wanderschuhe an, aus Gewichtsgründen natürlich. Dadurch hatten wir mehr Platz für andere „lebenswichtige“ Utensilien wie Buntstifte für den Kin-dergarten in Kalkfeld oder Verbandsmaterial für die Krankenstation in Opuwo. Besonders aufgefallen war uns diese “Marotte”, als wir vor 15 Jahren zusammen mit Caesar Zandberg das Kaokoveld bereisten. Während wir, 100% auf Vorsicht bedacht, nur in Wanderschuhen (über die Knöchel, versteht sich!) herumliefen, beschämte uns Caesar dadurch, dass er barfuß durch den Busch lief.

 

 

 

Lilly Weigand und Caesar Zandberg im Kaokoveld – mit und ohne Wanderstiefel.

 

 

 

 

Mittlerweile haben wir uns mehrere Paare Vellies zugelegt und fallen – zumindest durch das Schuhwerk – nicht mehr so sehr auf. Ausschlaggebend für den Schuhwechsel war die Aussage von Christel Theron vom Museum in Tsumeb, die wörtlich zu uns während eines Abendessens sagte.“ Warum habt ihr Deutschen immer so schlimme Schuhe an!?“
Martin Weigand lebte mit seiner Frau Lilly im idyllischen Luftkurort Öttenhofen im Schwarzwald, bevor er sich – selbstverständlich in Absprache mit seiner Frau – entschloss, alle Zelte dort abzubrechen und nach Namibia überzusiedeln, einen Schritt, den er bisher noch keinen Tag bereut hat.

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