Locker vom Hocker: Bilanz zum Jahresende

Liebe Küstenleser!
Weihnachten steht vor der Tür, und dann ein neues Jahr, das geradezu automatisch einen Blick auf das Vergangene fordert. Fragen kommen auf. Was ist in der Welt da draußen und in mir passiert? Wohin treibt die Erde und wie habe ich persönlich mich entwickelt? War das Jahr erfolgreich? Kann ich etwas besser machen?

Komisch, dass solche Fragen meist zum Jahresende hin aufkommen. Das Leben fließt doch eigentlich bis zum Tod unaufhörlich an uns vorbei und kennt keine zeitlichen Grenzen. Wir ziehen sie uns nur selbst: wir teilen den Tag in Stunden ein, die Woche in Tage, den Monat in Wochen und das Jahr in Monate. Warum zwängen wir uns eigentlich in dieses steife, zwangsjackenhafte Gefüge? Brauchen wir etwa erst ein Jahresende, um festzustellen, was in unserem Leben gut läuft und was sich definitiv ändern muss? Als wenn – wie durch ein Wunder – im Jahre 2018 alles besser wird. Nein, wird es nicht unbedingt! Wir müssen uns aktiv darum bemühen, das Heute, Morgen und Übermorgen mit beiden Händen packen und jeden Augenblick intensiv leben und erleben.
Monika Minden hat es so schön poetisch ausgedrückt:
“Nun ruht das Jahr nach so viel Leben/ und sucht im Neuen seinen Sinn. Zeit ist gehen und entschweben,/nie steht sie gänzlich still. / Auf das, was war, ein Auge richten, was ging verloren, was tut noch weh./Eine Hoffnung und ein Wünschlein vorwärts schicken,/damit verliert sich bald der letzte Schnee.”
Was wird uns das neue Jahr bringen? Es kann ein Jahr von großen Umwälzungen werden, wie es seit Jahrtausenden keine mehr gab. Es kann trist und fade werden. Es kann Glück, Freude, Leid und Grauen bringen, Wir wissen es nicht. Aber gerade weil wir es nicht wissen – und auch nicht wissen können, da es keine Prädestination gibt – können wir zumindest die Ärmel aufkrempeln und anpacken, was für uns und diesen Planeten nötig ist. WIR sind es ja, die die Zukunft bestimmen! Das neue Jahr wird sein, was wir daraus machen! Je mehr Menschen sich dessen bewußt sind, je mehr von ihnen entschlossen sind, etwas zum Besseren zu bewegen, umso größer ist die Aussicht auf Erfolg. Ein Mensch von bewußtem Geist bewegt mehr als hunderttausend in einer Gnuherde treibender, permanent an ihren Handys klebender, ausschließlich an ihren nächsten Hamburger denkender Leute!
Also, liebe Küstenleser, carpe diem! Greifen wir den Tag beim Schopfe!
In diesem Sinne verabschiede mich von Ihnen und werde mich erst im Februar wieder auf diesen Seiten blicken lassen. Bis heute weiss ich nicht so genau, wie ich die knapp 50 Locker-vom-Hocker-Kommentare in diesem Jahr auf das vergilbte Papier der namib times gebracht habe, aber es ist vollbracht. Selbstverständlich wäre all das Geschreibsel ohne Sie, liebe Leser, völlig wertlos, denn was ist ein Wort, das nicht gelesen wird?!
Ich bedanke mich bei Ihnen für Ihre immer währende Unterstützung und hoffe auch im nächsten Jahr auf eine gute Zusammenarbeit.

Ihre Susann Kinghorn