Bemerkungen zum Thema der globalen Erderwärmung – von Dr. Manfred Reiber

Swakopmund (sk) – Per Zufall lernte ich den Flugmeteorologen Dr. Manfred Reiber und seine Frau Annelies in Swakopmund kennen. Der Wetterspezialist, der ein Studium der Meteorologie an der Karl Marx Universität Leipzig absolviert hat, konnte es sich als versierter Wissenschaftler nicht verkneifen, mich aufzuklären. Er hatte im 5. Locker-vom-Hocker-Band nämlich meine persönliche, völlig unwissenschaftliche Sichtweise über den Klimawandel gelesen, die da lautete, dass die früher wohltuende Sonnenwärme heute zum Höllenfeuer geworden ist bzw. dass die Sonne heißer wird.
Daraufhin hat dieser langjährige Direktor der Zentralen Wetter-ienststelle Potsdam mir netterweise einen für einen Laien gut verständlichen Bericht geschrieben, den ich mit seiner Genehmigung gerne mit Ihnen teilen möchte – zumal wir hier an der Küste gerade unter extrem hohen Temperaturen zu leiden haben und der heiße Ostwind ungewöhnlich früh im Jahr wehte. Nun aber lasse ich Dr. Manfed Reiber zu Worte kommen:
,,Man kann durch Messungen verschiedener Wetterparameter, z.B. weltweiter Temperaturmessungen, zeigen, dass eine Klimaänderung „in Gang” ist. Das „größte” Problem der globalen Erwärmung ist allerdings nicht schlechthin die Temperaturzunahme, sondern die Zunahme extremer Wetterereignisse und der steigende Wasserspiegel der Weltmeere. Im folgenden Diagramm kann man den deutlichen Anstieg der Temperatur, der vor etwa 100 Jahren begann, gut erkennen.

 

 

Diagramm: Temperaturanstieg (fünfjährige Mittel) getrennt für die Nord- und Südhemisphäre und den gesamten mittleren globalen Anstieg (Quelle NASA)

 

 

 

 

Was ist dafür die Ursache?
– Die Sonne zeigt keine Anzeichen von Veränderungen ihrer physikalischen Parameter, sie kann also nicht die Ursache sein.
– Die Erde selbst zeigt auch keine auffälligen Veränderungen ihrer physikalischen Parameter, kann also auch nicht die Ursache sein.
– Was sich nachwei-bar verändert hat, ist die Zusammensetzung der atmosphärischen Luft. Gestiegen sind durch die „menschliche Tätigkeit” die Konzentrationen der sogenannten Treibhausgase, vor allem Kohlendioxid, Methan, Lachgas und die sog. F-Gase. Dazu kommt die zunehmende Entwaldung in allen Teilen der Erde. Der Wald als Kohlendioxidsenke wird kleiner, das führt zu einer weiteren Verschärfung der Situation.
Kohlendioxid
Kohlendioxid ist ein geruch- und farbloses Gas, dessen durchschnittliche Verweildauer in der Atmosphäre 120 Jahre beträgt. Anthropogenes Kohlendioxid entsteht unter anderem bei der Verbrennung fossiler Energieträger (Kohle, Erdöl, Erdgas) und macht den Großteil des vom Menschen zusätzlich verursachten Treibhauseffektes aus. Quellen sind vor allem die Strom-und Wärmeerzeugung, Haushalte und Kleinverbraucher, der Verkehr und die industrielle Produktion.
Methan
Methan ist ein geruch- und farbloses, hochentzündliches Gas. Die durchschnittliche Verweildauer in der Atmosphäre beträgt neun bis 15 Jahre und ist somit wesentlich geringer als bei CO2. Trotzdem macht es einen substanziellen Teil des menschgemachten Treibhauseffektes aus, denn das Gas ist 25-mal so wirksam wie Kohlendioxid. Methan entsteht immer dort, wo organisches Material unter Luftausschluss abgebaut wird. In Deutschland vor allem in der Land- und Forstwirtschaft, insbesondere bei der Massentierhaltung. Eine weitere Quelle sind Klärwerke und Mülldeponien.
Lachgas (Distickstoffoxid)
Lachgas ist ein farbloses, süßlich riechendes Gas. Die durchschnittliche Verweildauer in der Atmosphäre beträgt 114 Jahre. Es gelangt vor allem über stickstoffhaltigen Dünger und die Massentierhaltung in die Atmosphäre, denn es entsteht immer dann, wenn Mikroorganismen stickstoffhaltige Verbindungen im Boden abbauen. In der Industrie entsteht es vor allem bei chemischen Prozessen (u.a. der Düngemittelproduktion und der Kunststoffindustrie). Das Gas kommt in der Atmosphäre zwar nur in Spuren vor, ist aber 298mal so wirksam wie CO2 und macht daher einen auf die Menge bezogen überproportionalen Teil des anthropogenen Treibhauseffektes aus.
Die Fensterscheiben eines Glashauses lassen die kurzwellige Strahlung der Sonne ungehindert durch, aber sie lassen die langwellige Strahlung der Erdoberfläche nicht „raus”, sie absorbieren einen großen Teil davon. Die Folge ist, im „Glashaus” wird es immer wärmer! 
Diese Funktion der Glasscheiben übernehmen in der Atmosphäre die sog. Klimagase. Diese Gase lassen die kurzwellige Einstrahlung der Sonne passieren, absorbieren aber die langwellige Ausstrahlung der Erde. Gase sind sog. Bandenabsorber, jedes Gas absorbiert Strahlung nur einer bestimmten Wellenlänge. Je mehr also von diesen Gasen in die Atmosphäre kommen, umso „dicker” werden die Glasscheiben unseres Treibhauses und umso weniger kann die Erde von ihrer empfangenen Sonnenenergie wieder in den Weltraum abge-ben. Diese Energiezufuhr muss zwangsläufig zur Erwärmung der Atmosphäre führen. Der „natürliche Treibhauseffekt” (ohne die vom Menschen zusätzlich eingebrachten Gase), sorgt für eine Mitteltemperatur auf der Erde von 15 °C. Durch die anthropogen veränderte Zusammensetzung der Atmosphäre wird aber dieses Gleichgewicht gestört. Die Strahlungsbilanz gerät ins „Wanken”. Wenn die Menschen also nicht aufhören die Atmosphäre als „Müllkippe” für ihre „Abgase” zu nutzen und immer mehr von diesen Gasen einbringen, muss es zwangsläufig zu einer weiteren Erwärmung kommen.

 

 

Wenn die Erderwärmung auch ein ernst zu nehmendes Thema ist, das nicht einfach vom Tisch gefegt werden darf, hier einfach etwas zum Schmunzeln, wenn es einem in dieser Hitze noch nicht vergangen ist!

 

 

 

Die Lösung wäre: keine Klimagase mehr erzeugen. Das geht aber nicht so einfach, es muss also eine globale gesellschaftlich-politische Lösung angestrebt werden und jedes Land muss seine konkreten Beiträge leisten. Es ist ja ein „globaler” Effekt, der nur „global” gelöst werden kann. So lange aber z.B. Präsident Trump glaubt die globale Erwärmung ist eine Erfindung der Chinesen, ist es kaum möglich ein energisches und konzertiertes Vorgehen zu organisieren und durchzusetzen.
Außerdem ist ein fast unlösbares „Gerechtigkeitsproblem” zu lösen. Nicht nur die Menschen in den hochentwickelten Ländern der Welt haben das Recht ein Auto zu besitzen und täglich ein Schnitzel (Methan) zu essen…auch die Chinesen, Inder und alle anderen möchten so leben. Das heißt aber, wenn wir so weiter machen, entsteht immer mehr Kohlendioxid, Methan, Lachgas usw. .
Das Problem ist also längst noch nicht gelöst, und es wird verdammt schwierig, weil die Zeit „davonläuft” und die Erde mit unumkehrbaren Reaktionen antworten kann!”

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